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22. Januar 2026"Neugierig bleiben - und nie vergessen, was dich als Kind begeistert hat"
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ernsehreporter und Publikumsliebling Tobias Krell aka Checker Tobi spricht über seine Kindheit, prägende Erlebnisse und den Mut zum Ausprobieren. Ein Gespräch über Neugier, Rückschläge, Gastfreundschaft – und darüber, warum man das Staunen nie verlernen sollte.

© Hans-Florian Hopfner
Wenn Du auf Deine Kindheit zurückblickst: Gibt es einen klaren „Ausgangspunkt“, also eine Begebenheit oder ein Erlebnis, das Dich beruflich den Weg hat einschlagen lassen, den Du heute gehst?
Mein Vater ist Kameramann – und ich durfte als Kind manchmal mit zu Dreharbeiten, die ich spannend fand. Meistens waren das Fußballspiele, idealerweise vom 1. FCK auf dem Betzenberg. Dass die Redakteure mit den Fußballspielern sprechen durften, hat mich begeistert! Und ich wusste: Ich will mal Reporter beim Fernsehen werden.
Wie würdest Du Deine Lebenslinie zeichnen — mit Hochs, Tiefs, Kurven — und was wären die Schlüsselstationen, die Du unbedingt markieren würdest?
Ich hatte eine tolle Kindheit und Jugend, mit viel Vereinssport, Freundschaften, ehrenamtlichem Engagement und Eltern, die mir viel zu- und mir insgesamt sehr vertraut haben. Die wichtigsten Stationen danach waren sicher mein Praktikum bei DASDING.tv, wo ich gelernt habe, wie man Fernsehen macht und unheimlich viel ausprobieren konnte; mein Master-Studium an der Filmuniversität in Potsdam-Babelsberg, wo ich meine engsten Freundschaften geschlossen habe, die Arbeit für die Berlinale, an der ich sehr gewachsen bin; und dann natürlich das Casting für den Checker-Job, dem mein Umzug nach München folgte und das beruflich wie privat alles geebnet hat, was seitdem mein Leben und meine Arbeit ausmacht.
Wie gehst Du mit Rückschlägen oder Momenten der Unsicherheit um — gibt es Strategien, Rituale oder Gedanken, die Dich stabilisieren?
Ich hab‘ im Laufe der Jahre gelernt, dass es sich lohnt, Dinge auszuprobieren, auch wenn sie einschüchternd sind – daran wächst man. Und: Scheitern ist nicht nur ok, es ist wichtig. Dann gilt es, sich damit auseinanderzusetzen und zu schauen, was man daraus lernen kann. Was unseren Film angeht: Neugierig bleiben und nicht vergessen, was einen als Kind begeistert hat, da steckt viel drin!
Der Film „Checker Tobi 3: Die Heimliche Herrscherin der Erde“ spannt eine Linie zwischen dem kindlichen Ich und dem heutigen Tobi — wie stark siehst Du Dein jüngeres Ich als Teil Deiner heutigen Identität?
Ich würde sagen: Mein Aufwachsen, meine Sozialisation, meine Erziehung sind untrennbar mit meinem erwachsenen Ich verknüpft. Wie ich heute Probleme angehe, wie ich mit meinen Mitmenschen umgehe, mein Familienleben lebe, wie ich meine Arbeit mache und wie ich sie betrachte, all das ist die logische Konsequenz meines kindlichen Ichs. Und ich finde das auch sehr gut so.
Wenn du zurückgehen könntest und an einem Punkt deiner Vergangenheit etwas anders machen dürftest — würdest du es tun? Und wenn ja: Was wäre das?
Es gibt natürlich eine ganze Menge Dinge, die ich im Rückblick anders machen würde, Momente, die ich heute anders bewerten würde. Zurückgehen und Dinge anders machen würde ich aber trotzdem nicht. Ich glaube, dass all diese Dinge zu meinem Leben und meinem Weg dazugehören, und bin mit dem, der ich jetzt bin, sehr einverstanden.
Wie war der Balanceakt zwischen dokumentarischer Tiefe und dem kindlichen, spielerischen Zugang, den deine Zielgruppe gewohnt ist?
Diesen Balance-Akt versuchen wir ja immer irgendwie zu halten, ganz egal, ob im Kino oder in der TV-Sendung. Bei manchen Themen ist das natürlich schwieriger, den Krebs-Check gehen wir anders an als den Lach-Check. Aber generell bin ich überzeugt davon, dass sich Inhalte besser abspeichern, wir uns Dinge besser merken können, wenn wir lachen und Spaß haben. So war das auch bei unserem neuen Film: Wir wollten einen unterhaltsamen Kinofilm machen, der Wissen vermittelt und gleichzeitig den Kindern und den Eltern gefällt. Der außerdem eine innere Reise erzählt und in spannende Welten entführt. Ganz schön viel auf einmal, aber ich hoffe, es ist uns einigermaßen gelungen!
Welchen Rat würdest Du Deinem jüngeren Ich geben – zum Beispiel dem Tobias mit 18, 20 oder 25 Jahren?
Lass dich nicht verunsichern, das ist schon alles ok so!
Du bist für Deine Filme und Sendungen schon an viele außergewöhnliche Orte gereist. Gibt es ein Erlebnis, bei dem Du besonders beeindruckt warst von der Gastfreundschaft der Menschen vor Ort?
Das ist das Tolle an all meinen Reisen: Ich habe bisher überall auf der Welt so viel Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Offenheit erlebt, ganz egal, ob wir im armen Madagaskar, im brasilianischen Regenwald oder im indischen Slum unterwegs waren. Auffallend ist auch, dass die Menschen in meiner Erfahrung häufig umso großzügiger sind, je weniger sie selbst haben. Davon können wir uns als Gesellschaft im reichen Westen wirklich eine Scheibe abschneiden!
Gastfreundschaft ist ja auch eine Form von Verbindung zwischen Menschen. Was bedeutet für dich „Gastsein“ – und was bedeutet es, ein guter Gast zu sein?
Ich bin sehr gern zu Gast – bei Freunden ebenso wie bei Menschen am anderen Ende der Welt, wenn sie mich und uns als Team herzlich in ihre Gemeinschaft aufnehmen und beherbergen. Ein guter Gast ist meiner Meinung nach einer, der seine Hilfe anbietet, wenn es sich ergibt – aber ebenso auch genießen kann, wenn ein Gastgeber Freude daran hat, einen zu bewirten.
Gastgeber Bayern hat den jungen Redakteuren und Checker-Tobi-Fans Erik (9 Jahre), Pola (7) und Ferdinand (8) die Chance gegeben, ihrem Vorbild selbst einige Fragen zu stellen. Hier ist das Ergebnis:
Warum bist Du Checker Tobi geworden?
Ich bin zufällig Checker geworden! Ich war vorher schon als Reporter im Fernsehen aktiv, und als das Team hinter Checker Tobi einen neuen Checker gesucht hat, haben sie mich im Fernsehen gesehen und zum Casting eingeladen. Das war ein großes Glück! Dafür bin ich seitdem jeden Tag dankbar.
Wie findest Du die Themen für Deine Checker-Tobi-Sendung?
Die finde ich nicht allein – es gibt ja ein tolles Team hinter unserer Sendung, und wir alle haben Ideen für Themen. Außerdem melden sich oft Kinder und wünschen sich bestimmte Sendungen, die versuchen wir dann auch zu machen.
Liebst Du eigentlich alle Menschen, denen Du begegnest?
Naja, lieben ist vielleicht zu viel gesagt. Aber ich mag fast alle Menschen, denen ich als Checker begegne. Die nehmen sich ja extra Zeit für uns, zeigen mir, womit sie sich auskennen und ich lerne dabei so viel! Das ist schon ganz schön nett, dafür bin ich sehr dankbar!
Ich will auch mal so sein wie Checker Tobi. Wie wird man wie Checker Tobi?
Einfach immer neugierig bleiben! Und nie aufhören, nachzufragen und sich für andere Menschen zu interessieren. Dann ist man Checker und bleibt es auch!
