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22. Januar 2026Flüssiges Gold aus der Heimat
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onig ist weit mehr als nur süß – er macht Landschaften schmeckbar und erzählt von der Vielfalt heimischer Pflanzen. Mit der neuen Honig-Verordnung wird künftig auch klarer, woher das Gold im Glas stamm.

© LVBI
Der Fleiß der Honigbienen ist sprichwörtlich: Ein Bienenvolk benötigt rund 50 Kilogramm Honig pro Jahr für sich selbst – nur der Überschuss kann vom Imker entnommen werden. Um den Nektar für ein einziges Kilogramm Honig zu sammeln, besuchen die Bienen etwa drei bis fünf Millionen Blüten und legen eine Strecke zurück, die der dreifachen Erdumrundung entspricht. Die Lebensleistung einer einzelnen Arbeiterin beträgt dabei gerade einmal einen Teelöffel Honig.
Honig ist ein Naturprodukt mit erstaunlicher Vielfalt: Je nach Blütenquelle schmeckt er fruchtig, würzig, nussig oder sogar leicht bitter. Damit wird Honig zu einem „Abbild der Landschaft“, in der er entsteht. Wer beim Imker in der Nachbarschaft kauft, erhält ein hochwertiges, nachhaltiges Lebensmittel – ohne lange Transportwege und mit garantierter Qualität.
Die deutsche Honigverordnung stellt sicher, dass dem Honig nichts hinzugefügt oder entzogen wird. Seine Inhaltsstoffe – leicht verdauliche Zucker, Mineralstoffe, Vitamine, Enzyme und antibakterielle Substanzen – machen ihn zu einem wertvollen Naturerzeugnis.
Auch politisch ist Honig derzeit ein Thema: Mit der Änderung der deutschen Honig-Verordnung müssen ab Juni 2026 alle Herkunftsländer von Mischhonigen genau auf dem Etikett angegeben werden – inklusive ihrer prozentualen Anteile. Vage Formulierungen wie „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ sind dann passé. Stefan Spiegl, Präsident des Landesverbands Bayerischer Imker, begrüßt die neue Regelung: „Endlich können Verbraucherinnen und Verbraucher klar erkennen, woher ihr Honig stammt.“ Flüssiges Gold Honig ist weit mehr als nur süß – er macht Landschaften schmeckbar und erzählt von der Vielfalt heimischer Pflanzen. Mit der neuen Honig-Verordnung wird künftig auch klarer, woher das Gold im Glas stammt.
Dass Honig in Bayern eine Herzensangelegenheit ist, zeigen auch die Bayerischen Honighoheiten, die seit 1998 vom Landesverband gekrönt werden. Die aktuelle Bayerische Honigkönigin Elena Eberl aus Haag i. OB und Bayerische Honigprinzessin Anja Bürzer aus Pförring werben zwei Jahre lang für die heimische Imkerei – beispielsweise auf Festen, in Schulen, bei Märkten und Fachveranstaltungen. Beide imkern selbst und bringen großes Engagement in ihr Ehrenamt ein.
Elena Eberl ist in der elterlichen Landwirtschaft aufgewachsen. Die blühenden Wiesen in ihrer Umgebung brachten sie früh auf den Gedanken, selbst Bienen zu halten. 2019 zogen ihre ersten beiden Völker ein – seither ist sie mit großer Leidenschaft Imkerin.
Auch Anja Bürzer kam schon als Schülerin mit dem Thema in Berührung: Nach zwei Schulreferaten über Bienen stand für sie fest, dass sie selbst imkern möchte. Mit Unterstützung einer erfahrenen Imkerin erhielt sie bereits mit 13 Jahren ihr erstes eigenes Volk.
„Meine Aufgabe ist weit mehr als Repräsentieren“, sagt Elena. „Ich möchte Brücken bauen zwischen Verbrauchern, Imkern, Naturschützern und allen, die etwas Gutes für unsere Natur tun möchten.“ Anja ergänzt: „Viele Menschen wissen gar nicht, wie komplex das Leben im Bienenvolk ist. Wenn wir das zeigen können, wächst auch das Bewusstsein für den Schutz unserer Bienen.“ Ihr Engagement zeigt Wirkung: Mit über 80 Terminen in einem Jahr haben die beiden jungen Frauen die Begeisterung für Honig, Natur und Nachhaltigkeit in viele Regionen Bayerns getragen. Denn: Nur was man kennt, kann man schätzen – und schützen.
Ob als Brotaufstrich, in Dressings oder zum Verfeinern herzhafter Gerichte: Honig ist ein echtes Multitalent in der Küche. Wer ihn regional kauft, sorgt dafür, dass Bienen, Imkerinnen und Imker weiterhin beste Voraussetzungen haben, um das zu tun, was sie am besten können: unsere Heimat zum Blühen zu bringen.
