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16. September 2025"Nur wer sich sicher fühlt, kann echte Gastfreundschaft erleben"
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ie schafft man Sicherheit, ohne Gastfreundschaft und Offenheit zu verlieren? DEHOGA Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert sprach darüber mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). Im Interview geht es um Bayerns Sicherheitslage, smarte Maßnahmen bei Großveranstaltungen, digitale Meldescheine und den Weg zu mehr ausländischen Fachkräften – ein klares Bekenntnis zum Tourismusstandort Deutschland.

© Henning Schacht
Dr. Thomas Geppert: Gerade in unsicheren Zeiten setzen viele Urlauber bewusst auf Sicherheit. Wie trägt die deutsche Sicherheitspolitik konkret dazu bei, Vertrauen bei internationalen Gästen zu schaffen?
Dobrindt: Deutschland gehört zu den sichersten Ländern der Welt. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit unserer Sicherheitsbehörden. Mit einem starken Netzwerk dieser Behörden und konsequenter Strafverfolgung bieten wir sowohl Bürgern als auch Gästen ein hohes Maß an Sicherheit. Zugleich gilt: Die Welt verändert sich und darauf müssen wir reagieren. Gerade im Bereich der organisierten Kriminalität braucht es moderne Werkzeuge, etwa den gezielten Einsatz von künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien. Dafür schaffen wir aktuell die gesetzlichen Grundlagen. Wir wollen, dass sich Menschen bei uns zu jeder Zeit sicher fühlen.
Wie beurteilen Sie die aktuelle Sicherheitslage in Bayerns touristischen Hotspots – von München über Garmisch bis nach Passau? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Bayern ist das sicherste Bundesland in Deutschland. Die aktuellen Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik sprechen eine klare Sprache: Mit 4.726 Straftaten pro 100.000 Einwohner liegen wir deutlich unter dem Bundesschnitt. Das ist ein starkes Signal, auch an unsere Gäste aus dem In- und Ausland. Natürlich gibt es keinen Anlass, sich auszuruhen. Wir müssen weiter investieren – in Personal, Technik und Rechtsrahmen, um das Sicherheitsniveau nicht nur zu halten, sondern weiter auszubauen.
Tourismus lebt von Weltoffenheit und Gastfreundschaft. Wie kann es gelingen, klare Sicherheitsstandards zu setzen, ohne dabei das Gefühl von Freiheit und Herzlichkeit zu verlieren?
Sicherheit und Freiheit gehören zusammen: Nur wer sich sicher fühlt, kann echte Gastfreundschaft erleben. Unsere Polizeikräfte sind sichtbar präsent, sie vermitteln Vertrauen und sind zugleich ansprechbar und bürgernah. Ich erlebe sie als hochprofessionell, interkulturell geschult und mit klarem Verantwortungsbewusstsein. Unsere Sicherheitsarchitektur steht für eine offene Gesellschaft, in der Gäste herzlich willkommen sind und sich sicher bewegen können.
Großveranstaltungen wie das Oktoberfest oder Christkindlmärkte sind Aushängeschilder Bayerns, stellen aber auch sicherheitstechnisch eine Herausforderung dar. Welche Vorkehrungen werden getroffen, um Gäste und Gastgeber gleichermaßen zu schützen?
Solche Großveranstaltungen sind Teil unserer Identität – sie sind aber auch Orte, an denen Sicherheit oberste Priorität hat. Die Umsetzung liegt bei den Ländern, und ich kann sagen: Bayern macht das hervorragend. Die Sicherheitsbehörden arbeiten eng mit Veranstaltern und Kommunen zusammen, stimmen Maßnahmen passgenau ab und sorgen für ein hohes Schutzniveau – ohne den Charakter der Veranstaltung zu verlieren.
Für ausländische Hotelgäste besteht weiterhin die normale Meldepflicht. Sind Sie bereit, einen digitalen Meldeschein für ausländische Gäste verbindlich und nutzerfreundlich anzubieten – insbesondere, um Medienbrüche und bürokratische Hürden zu verringern?
Die Meldepflicht für ausländische Gäste ist europarechtlich vorgeschrieben. Das ist Fakt. Aber wir setzen alles daran, die Abläufe für Gastgeber wie Gäste so schlank wie möglich zu gestalten. Seit 2020 sind digitale Meldescheine möglich, inklusive sicherer Verfahren zur Authentifizierung. Wir setzen auf digitale Lösungen, die funktionieren – praxistauglich, rechtssicher und nutzerfreundlich.
Unsere Branche leidet unter Arbeitskräftemangel. Welche konkreten Maßnahmen plant Ihr Ministerium, um den Zugang zu ausländischen Fachkräften – etwa durch vereinfachte Visa- und Anerkennungsverfahren – zu erleichtern?
Deutschland braucht Fachkräfte. Deshalb treiben wir die Umsetzung der gezielten Fachkräfteeinwanderung entschlossen voran. Der Fokus liegt auf Tempo, Klarheit und digitalen Verfahren. Konkret heißt das: Weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung, eine zentrale „Work-and-Stay“-Agentur für effizientere Verfahren, schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und bessere Sprachkurse und faire Bedingungen für Beschäftigte. Wir haben die richtigen Weichen gestellt. Jetzt geht es darum, mit voller Kraft umzusetzen. Nur so sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Wirtschaft und unseres Tourismusstandorts. Mein Dank gilt allen, die sich engagiert jeden Tag dafür einsetzen, dass wir ein starkes Tourismusland bleiben und mit tollen Angeboten unsere Gastfreundschaft attraktiv für die ganze Welt zur Geltung bringen.
