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Warum die Digitalisierung der Prozesse immer wichtiger wird

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Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran, weshalb es insbesondere für Hoteliers und Gastronomen gilt, am Ball zu bleiben. Inwiefern die Branche von modernen Software-Lösungen profitieren kann, erläutert Stefan Bezold von der Infor Deutschland GmbH im Gespräch mit „Gastgeber Bayern“.

 
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err Bezold, Sie sind Vertriebschef für den Hospitality-Bereich bei Infor. Wie werden Ihre Cloud-Lösungen von der Hotellerie und Gastronomie angenommen?

Wir erleben seit mehreren Jahren eine steigende Nachfrage nach unseren Lösungen, besonders im Revenue-Management-Bereich. In den vergangenen ein bis zwei Jahren steigt sie auch im Bereich Property-Management, besonders nach unseren cloudbasierten Property-Management-Systemen.

 
 
 

 

Mit dem Revenue-Management-System bietet Infor ein Tool für Hoteliers, das auf Grundlage von Nachfrageprognosen angemessene Verkaufsstrategien für Hotelzimmer empfiehlt. Wie genau funktioniert dieses System?

Wir laden aus dem Property-Management-System des Kunden die Daten der vergangenen zwölf beziehungsweise 24 Monate heraus. Dazu zählen beispielsweise jede einzelne Reservierungszeile, alle Stornos und jede nicht angekündigte Abstinenz. Das schafft eine Grundlage aus historischen Daten, die wir mit unseren Daten ausbauen. Dazu zählen beispielsweise zukünftige Messetermine oder Großevents. Mit all diesen Daten berechnet unser Algorithmus die zukünftige Preis-Prognose. Auf dieser Basis werden dem Hotelier Vorschläge gemacht, mit denen er die richtigen Preise ausweisen kann.

Wie groß ist die Nachfrage nach dieser Software-Lösung?

Mit unserem Revenue-Management-System, dem sogenannten EzRMS,, sind wir seit Jahren Weltmarktführer. Vor etwa drei Jahren haben wir 4.500 Hotels der Hotelkette Wyndham in den USA mit unserem System ausgestattet. Aber auch in Deutschland und Österreich sind wir stark vertreten. So zählen wir beispielsweise Kempinski, Steigenberger, Dorint, Welcome, Weitzer, Vienna House, Arcotel und Accor zu unseren Kunden. Mittlerweile erkennt aber auch die mittelständische Hotellerie, dass Revenue-Management ein sehr wichtiges Tool ist, um in Zeiten stärker werdender Konkurrenz im Hotelmarkt steigende Umsätze zu erzielen.

Wie schätzen Sie das Thema Digitalisierung in der mittelständischen Hotellerie ein?

Besonders die nachkommende Generation der Hoteliers hat auch hier das große Potenzial der Digitalisierung erkannt. Die Branche hat verstanden, dass die Digitalisierung der Prozesse immer wichtiger wird. Fast jedes Hotel ab 50 Zimmer hat mittlerweile ein Property-Management-System. Hotels mit den geeigneten Voraussetzungen und Ressourcen führen immer häufiger ein Revenue-Management-System ein. Dafür braucht es eine gewisse Grundauslastung. Bei einer Auslastung von 40 Prozent ergibt ein solches System keinen Sinn. Die untere Grenze setzen wir hierfür bei 60 Prozent Jahresauslastung an.

Wie garantieren Sie Ihren Kunden, dass ihre Daten bei Infor sicher sind?

Infor betreibt ein eigenes zertifiziertes Datencenter in Frankfurt am Main. Dieses zählt zu den modernsten Datencentern in ganz Europa und hat immer die neusten Systeme zur Abwehr von Trojanern und Schadsoftware im Einsatz. Die Datensicherheit ist damit wesentlich höher als beim Einsatz einer On-Premise-Lösung, also beim Betrieb eines eigenen Servers.

Ihr Team kann auf jahrelange Erfahrung im Hospitality-Bereich zurückgreifen. Wo sehen Sie bei Ihren Kunden aktuell noch den größten Optimierungsbedarf?

Lokale Serverinstallationen werden zukünftig verstärkt in die Cloud verlegt. Denn eigene Server müssen regelmäßig ausgetauscht werden, da andernfalls technische Probleme, schwächelnde Performance und Datenverlust drohen. In der Industrie werden sie alle drei Jahre ausgetauscht, in der Hotellerie teilweise erst nach sieben oder acht Jahren. Hier bietet die Cloud ein hohes Optimierungspotenzial. Auch der Einsatz moderner Systeme wie Online-Buchungssysteme oder ein Revenue-Management-Tool bieten Raum für Optimierung.

Sie haben Infor im deutschen Hospitality-Markt erfolgreich positioniert. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus und welche Entwicklungen sehen Sie?

Bis 2030 wird es kaum noch Softwarelösungen geben, die nicht cloudbasiert arbeiten. Damit einher geht die sogenannte Mobility. Das bedeutet, dass die Daten in der Cloud auf allen mobilen Endgeräten, wie Smartphones oder Tablets, zur Verfügung stehen. Das ist ein entscheidender Faktor – sowohl für den Gast als auch für das Hotel. Darüber hinaus wird der Einsatz künstlicher Intelligenz, also selbstlernender Systeme, zunehmen. Mit unserem Revenue-Management-System setzen wir bereits heute auf diese Technologie.

Zur Person

Stefan Bezold kommt aus einem elterlichen Hotel- und Gastronomiebetrieb in Franken, hat bei Steigenberger gelernt und danach ein Studium der Allgemeinen Betriebswirtschaftslehre und Informatik an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg erfolgreich abgeschlossen. Bereits im Jahr 1995 hat Bezold bei der Hogatex Software GmbH angefangen, die dann von Amadeus und später von Infor akquiriert wurde.