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7. April 2026Nach dem 7-Prozent-Erfolg: DEHOGA Bayern richtet den Blick nach vorne
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ieben Prozent auf Speisen – dauerhaft. Für viele Wirtinnen und Wirte, Hoteliers und Gastgeber in Bayern ist das mehr als ein Steuersatz: Es ist ein Stück zurückgewonnene Planbarkeit. Doch beim DEHOGA Bayern gilt der historische Erfolg nicht als Schlusspunkt, sondern als Startsignal. Denn wer Zukunft gestalten will, braucht mehr als Entlastung auf dem Kassenbon: Flexibilität, verlässliche Regeln und weniger Ballast im Alltag. Aus diesem Grund beraten aktuell alle Gremien des Verbandes in intensiven Klausurtagungen, wie was umgesetz werden soll.

Denn in der Gastronomie entscheidet oft nicht der langfristige Kalender über den Arbeitsalltag, sondern das Wetter, die Saison und der Moment. Ein plötzlich voller Biergarten, ein zusätzliches Event, ein Wochenende, das sich spontan zum Gästemagneten entwickelt – und schon muss ein Betrieb reagieren können. Deshalb ist es für Gastgeber wichtig, dass die Rahmenbedingungen stimmen und verlässlich sind.
Für den DEHOGA Bayern ist die Mehrwertsteuerreduzierung auf Speisen seit 1. Januar ein Durchbruch nach Jahren der Argumente, Gespräche und Überzeugungsarbeit. „Mit Fakten haben wir die Politik überzeugt. Nun gibt es endlich faire Wettbewerbsbedingungen für die Gastronomie“, sagt Präsidentin Angela Inselkammer.
Und Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert macht deutlich, wie groß die Wirkung dieser Entscheidung in den Betrieben ist: „Der jahrelange Einsatz des DEHOGA Bayern hat sich gelohnt: Die 7 Prozent geben unserem Gastgewerbe jetzt eine Zukunftsperspektive! Ein besonderer Dank unserer Gastgeber gilt der fortwährenden Unterstützung durch die Bayerische Staatsregierung.“
Vor allem aber: Die Entlastung soll kein Ruhekissen sein. „Die 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen sind der entscheidende Booster“, betont Inselkammer – ein Booster, der Spielräume schafft, wo zuletzt häufig nur noch Improvisation möglich war: bei Investitionen, Modernisierung, Qualität und beim wichtigsten Faktor überhaupt – den Menschen im Betrieb.
Genau dort setzt der Blick nach vorne an. Ein großer Hebel heißt Wochenarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz. Denn während viele Branchen Arbeitszeit in Bürologik planen können, folgt das Gastgewerbe den Rhythmen der Gäste. Der Verband setzt sich deshalb für einen Wechsel von der Tages- zur Wochenhöchstarbeitszeit ein – eine Anpassung, die den Betriebsrealitäten näherkommt und zugleich den Wünschen vieler Beschäftigter Rechnung trägt. Geppert formuliert es so: „Unternehmer und Mitarbeiter müssen die Möglichkeit haben, die Arbeitszeit sachgerechter und flexibler auf die Wochentage zu verteilen.“
Und Inselkammer ergänzt aus der Praxis: „Unsere Betriebe geben sich die größte Mühe, ihre Mitarbeiter so einzusetzen, wie es deren Wünschen entspricht.“ Ziel ist nicht „mehr Arbeit“, sondern Arbeiten dann, wenn Arbeit tatsächlich anfällt. Das ist auch der Wunsch der Arbeitnehmer selbst als Gegenstück zum Homeoffice.
Darüber hinaus will sich der DEHOGA Bayern für praxistauglichere Regelungen beim Bau von Mitarbeiterwohnungen sowie für eine pragmatische Zuwanderung einsetzen. Auch in der Außengastronomie und im Nachtleben sieht sie Handlungsbedarf – etwa bei Schließzeiten, Lärmregelungen und Sondernutzungen.
Ein weiterer Fokus der Verbandsarbeit zielt auf die Kostenstruktur – und damit auf die Wettbewerbsfähigkeit. Arbeitskosten sind im personalintensiven Gastgewerbe ein entscheidender Faktor. Der DEHOGA Bayern fordert daher, Sozialversicherungsbeiträge bei 40 Prozent zu stabilisieren und den Sozialstaat in allen Zweigen zu modernisieren – nach dem Prinzip „fordern und fördern“.
Ebenso klar ist die Haltung beim Mindestlohn: Er soll weiterhin von der unabhängigen Kommission festgelegt werden, ohne politische Einflussnahme. Denn sprunghafte Eingriffe verschieben nicht nur Lohngefüge, sie erzeugen auch Nebenwirkungen: Ausbildung wird unattraktiver, Einstiegschancen für Geringqualifizierte sinken, Betriebe verlieren Gestaltungsraum. Mehr Netto vom Brutto ist deshalb kein Schlagwort, sondern eine konkrete Stellschraube, die Beschäftigten und Unternehmen gleichermaßen hilft.
Nach wie vor im Mittelpunkt steht ein Thema, das in vielen Betrieben längst mehr Zeit frisst als die eigentliche Gastlichkeit: Bürokratie. Der DEHOGA Bayern setzt auf spürbare Entlastung – weniger Dokumentationspflichten, ein konsequenter Praxis-Check für Regeln und Verordnungen und vor allem: Keine neuen Auflagen, die am Ende nur Papier produzieren, aber keinen Mehrwert schaffen. „Neue Bürokratie stoppen und überflüssige Reglementierungen schnell und spürbar abbauen“, fordert Inselkammer. Die Richtung ist klar: Weg vom Misstrauen-Prinzip, hin zu praxistauglichen Standards, die Sicherheit geben, ohne Betriebe zu überfordern.
Ein weiterer Schwerpunkt heißt Rechtssicherheit – ein Begriff, der zunächst abstrakt klingt, in der Realität aber über Investitionen, Übergaben und Standorte entscheidet. Beim Thema Erbschaftsteuer etwa fordert der Verband eine gesetzliche Klarstellung, damit Beherbergungsbetriebe weiterhin als begünstigtes Betriebsvermögen gelten. Auch für Diskotheken setzt sich der DEHOGA Bayern für eine faire Behandlung ein: eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Eintrittsgelder analog zu Kulturveranstaltungen.
Im Urheberrecht geht es um verlässliche Fristen bei Schiedsstellenverfahren – damit Betriebe planen können, statt in Unklarheit zu hängen. Gleichzeitig wendet sich der Verband gegen zusätzliche kommunale Abgaben. Inselkammer bringt es auf den Punkt: „Unter dem Aspekt fairer Wettbewerbsbedingungen hätten eine Übernachtungssteuer oder die Verpackungssteuer das Gastgewerbe einseitig benachteiligt. Wir freuen uns, dass sich die Bayerische Staatsregierung wieder einmal für die Branche eingesetzt und beides verhindert hat.“
Zudem gilt es drohende Belastungen frühzeitig zu erkennen – bevor sie als fertiges Regelwerk auf den Betrieben landen. Dazu zählen Vorhaben wie eine Tierhaltungskennzeichnung in der Gastronomie, neue Vorgaben aus dem EU-Verpackungsrecht (PPWR/VerpackDG), mögliche Verschärfungen der Mehrwegangebotspflicht sowie Berichtspflichten aus CSRD, EU-Taxonomie und Lieferkettenregeln. Der DEHOGA Bayern bekennt sich zu Nachhaltigkeit, setzt aber auf Vereinfachung im Omnibus-Verfahren: ambitioniert, aber verhältnismäßig; wirksam, aber umsetzbar.
Nach innen gerichtet will der Verband alles daransetzen, den Weg in die Selbstständigkeit zu fördern und Betriebsübergaben zu erleichtern. Auch will er für seine Mitglieder Lösungen anbieten, die im Rahmen der Unternehmenskultur für alle ein noch wertschätzenderes Handeln ermöglichen. Darüber hinaus will er regionale Wertschöpfungsketten stärken bzw. überhaupt erst ermöglichen.
Unterm Strich ist die Botschaft des Verbandes eine, die nach Aufbruch klingt: Der steuerpolitische Erfolg schafft Luft – jetzt braucht es Reformen, die Betriebe dauerhaft handlungsfähig halten. Oder, wie Inselkammer es formuliert: „Damit unsere Betriebe auch weiter hin wettbewerbsfähig bleiben können, sind Investitionen in Personal, Modernisierung und Qualität unverzichtbar.“
Genau darin liegt die Perspektive: Wenn Politik Rahmenbedingungen schafft, die Realität und Zukunft zusammendenken, kann das bayerische Gastgewerbe seine Stärke ausspielen – als Arbeitgeber, als Integrationsmotor, als Standortfaktor und als Ort, an dem Lebensqualität nicht nur versprochen, sondern täglich gelebt wird.

Foto: Hendrik Steffens
Nach wie vor im Mittelpunkt steht ein Thema, das in vielen Betrieben längst mehr Zeit frisst als die eigentliche Gastlichkeit: Bürokratie. Der DEHOGA Bayern setzt auf spürbare Entlastung – weniger Dokumentationspflichten, ein konsequenter Praxis-Check für Regeln und Verordnungen und vor allem: Keine neuen Auflagen, die am Ende nur Papier produzieren, aber keinen Mehrwert schaffen. „Neue Bürokratie stoppen und überflüssige Reglementierungen schnell und spürbar abbauen“, fordert Inselkammer. Die Richtung ist klar: Weg vom Misstrauen-Prinzip, hin zu praxistauglichen Standards, die Sicherheit geben, ohne Betriebe zu überfordern.
Ein weiterer Schwerpunkt heißt Rechtssicherheit – ein Begriff, der zunächst abstrakt klingt, in der Realität aber über Investitionen, Übergaben und Standorte entscheidet. Beim Thema Erbschaftsteuer etwa fordert der Verband eine gesetzliche Klarstellung, damit Beherbergungsbetriebe weiterhin als begünstigtes Betriebsvermögen gelten. Auch für Diskotheken setzt sich der DEHOGA Bayern für eine faire Behandlung ein: eine reduzierte Mehrwertsteuer auf Eintrittsgelder analog zu Kulturveranstaltungen.
Im Urheberrecht geht es um verlässliche Fristen bei Schiedsstellenverfahren – damit Betriebe planen können, statt in Unklarheit zu hängen. Gleichzeitig wendet sich der Verband gegen zusätzliche kommunale Abgaben. Inselkammer bringt es auf den Punkt: „Unter dem Aspekt fairer Wettbewerbsbedingungen hätten eine Übernachtungssteuer oder die Verpackungssteuer das Gastgewerbe einseitig benachteiligt. Wir freuen uns, dass sich die Bayerische Staatsregierung wieder einmal für die Branche eingesetzt und beides verhindert hat.“
Zudem gilt es drohende Belastungen frühzeitig zu erkennen – bevor sie als fertiges Regelwerk auf den Betrieben landen. Dazu zählen Vorhaben wie eine Tierhaltungskennzeichnung in der Gastronomie, neue Vorgaben aus dem EU-Verpackungsrecht (PPWR/VerpackDG), mögliche Verschärfungen der Mehrwegangebotspflicht sowie Berichtspflichten aus CSRD, EU-Taxonomie und Lieferkettenregeln. Der DEHOGA Bayern bekennt sich zu Nachhaltigkeit, setzt aber auf Vereinfachung im Omnibus-Verfahren: ambitioniert, aber verhältnismäßig; wirksam, aber umsetzbar.
Nach innen gerichtet will der Verband alles daransetzen, den Weg in die Selbstständigkeit zu fördern und Betriebsübergaben zu erleichtern. Auch will er für seine Mitglieder Lösungen anbieten, die im Rahmen der Unternehmenskultur für alle ein noch wertschätzenderes Handeln ermöglichen. Darüber hinaus will er regionale Wertschöpfungsketten stärken bzw. überhaupt erst ermöglichen.
Unterm Strich ist die Botschaft des Verbandes eine, die nach Aufbruch klingt: Der steuerpolitische Erfolg schafft Luft – jetzt braucht es Reformen, die Betriebe dauerhaft handlungsfähig halten. Oder, wie Inselkammer es formuliert: „Damit unsere Betriebe auch weiter hin wettbewerbsfähig bleiben können, sind Investitionen in Personal, Modernisierung und Qualität unverzichtbar.“
Genau darin liegt die Perspektive: Wenn Politik Rahmenbedingungen schafft, die Realität und Zukunft zusammendenken, kann das bayerische Gastgewerbe seine Stärke ausspielen – als Arbeitgeber, als Integrationsmotor, als Standortfaktor und als Ort, an dem Lebensqualität nicht nur versprochen, sondern täglich gelebt wird.
