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10. April 2026Internationale Ausbildungspartnerschaft
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it dem Pilotprogramm „Talent Gateway“ ermöglichen DEHOGA Bayern, GIZ und die Berufsschule Erding jungen Menschen aus Kenia eine duale Ausbildung in Bayern – und reagieren zugleich auf den Fachkräftebedarf im Gastgewerbe.

19 kenianische Jugendliche beginnen als erster Jahrgang des Pilotprogramms „Talent Gateway“ eine berufliche Ausbildung mit anschließender Beschäftigungsperspektive im bayerischen Gastgewerbe. Das Programm wurde vom DEHOGA Bayern gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Erding initiiert.
Nach einem mehrstufigen, wettbewerbsintensiven Auswahlverfahren in Nairobi wurden die Teilnehmenden ausgewählt. Der Prozess umfasste Screening-Interviews, Sprachprüfungen, die Bewertung praktischer Fähigkeiten sowie abschließende Gespräche mit Vertretern von fünf Ausbildungsbetrieben aus Bayern. Teil der Delegation waren unter anderem Zeller’s Quartier, das Bräustüberl Weihenstephan, die Oskar Catering GmbH und das Marriott Munich City. Insgesamt konnten zehn Auszubildende in bayerischen Betrieben platziert werden. Weitere neun Bewerber befinden sich derzeit noch im Vermittlungsprozess und suchen passende Ausbildungsbetriebe in Bayern. Horst Bauernfeind, Projektleiter bei der GIZ, betont den partnerschaftlichen Ansatz des Programms: „Mit Talent Gateway schaffen wir einen fairen, strukturierten Zugang zur beruflichen Ausbildung, von dem sowohl junge Menschen in Kenia als auch Betriebe im bayerischen Gastgewerbe nachhaltig profitieren.“
Das Projekt ist als internationale Ausbildungspartnerschaft angelegt und wird in enger Zusammenarbeit mit dem kenianischen Bildungsministerium, dem State Department for Technical and Vocational Education and Training (TVET), dem Kiambu National Polytechnic (KINAP) sowie dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Erding umgesetzt. Die GIZ begleitet das Vorhaben fachlich.
„Die duale berufliche Bildung vermittelt jungen Menschen praxisnahe Kompetenzen. Diese Partnerschaft eröffnet Wege zu internationaler Erfahrung und anerkannten Qualifikationen. Wir schätzen die Zusammenarbeit mit allen beteiligten deutschen Partnern sehr.“
Joseph Kanyi, kenianisches Kultusministerium, zuständig für Berufsbildung

Ein zentraler Bestandteil des Programms ist der kontinuierliche Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen dem Kiambu National Polytechnic und dem BSZ Erding. Ziel ist es, Ausbildungsinhalte, Methodik und Qualitätsstandards aufeinander abzustimmen und Fachausbilderinnen und -ausbilder auf beiden Seiten gezielt vorzubereiten.
Die Auszubildenden starten mit einer sechsmonatigen Vorbereitungsphase in Kenia. Diese umfasst Deutschunterricht, berufspraktische Qualifizierungen im Gastgewerbe sowie interkulturelle Orientierung und findet am Kiambu National Polytechnic statt. Anschließend reisen die Teilnehmenden nach Deutschland, um eine zweijährige duale Berufsausbildung zu beginnen. Der fachtheoretische Unterricht erfolgt unter anderem am BSZ Erding und wird durch vergütete Praxisphasen in den Partnerbetrieben ergänzt. Christian Käser, Schulleiter des Staatlichen Beruflichen Schulzentrums Erding, sieht in dem Projekt einen besonderen Mehrwert: „Die Kombination aus fundierter Vorbereitung in Kenia und der dualen Ausbildung in Bayern bietet ideale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg in das deutsche Ausbildungssystem.“
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Auszubildenden einen anerkannten deutschen Berufsabschluss sowie verbesserte langfristige Beschäftigungsperspektiven im Gastgewerbe. Auch aus Sicht der Branche setzt das Projekt ein wichtiges Signal. Hans Schneider, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses beim DEHOGA Bayern, unterstreicht die Bedeutung der Initiative: „Das Programm zeigt, wie internationale Ausbildungspartnerschaften konkret dazu beitragen können, dem Fachkräftemangel im Gastgewerbe qualitätsorientiert zu begegnen.“
Für die Teilnehmenden selbst ist Talent Gateway ein bedeutender Schritt in ihrer beruflichen Laufbahn. Mercy Ogola, die ihre Ausbildung in einem bayerischen Betrieb absolvieren und die Berufsschule in Deutschland besuchen wird, beschreibt die Chance als prägend für ihre Zukunft. Sie freue sich darauf, neue Fähigkeiten zu erwerben, eine andere Arbeitskultur kennenzulernen und Wissen zu gewinnen, das ihre berufliche Entwicklung nachhaltig beeinflusse.
Das Pilotprogramm steht im Einklang mit dem 2024 unterzeichneten bilateralen Arbeitsmigrationsabkommen zwischen Kenia und Deutschland. Es unterstützt eine sichere, strukturierte und qualifikationsbasierte Arbeitsmobilität und verbindet die Fachkräftesicherung im deutschen Gastgewerbe mit der Förderung von Jugendbeschäftigung und Qualifikationsentwicklung in Kenia.
Carol Mühlenbrock, Köchin und Unterstützerin des Projekts, war beim Austausch dabei und betont die Bedeutung der Sprache: „Ich habe den jungen Leuten immer wieder gesagt: Deutsch zu lernen ist der Schlüssel. Sprache schafft Sicherheit, Vertrauen und echte Teilhabe – im Betrieb und im Alltag.“
