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ukas Kannamüller führt ein ungewöhnliches Doppelleben: Tagsüber behandelt er Gäste im Schweizer Hof in Bad Füssing, abends steigt er als Wrestler „Luce Corde“ in den Ring. Ein Mann, der Heilung und Härte vereint.

In einem Leben wirft er seine Gegner zu Boden. Im anderen richtet er Patienten wieder auf: Lukas Kannamüller ist Profi-Wrestler, aber auch Masseur und Bademeister. Die Gäste des Hotels Schweizer Hof in Bad Füssing vertrauen auf seine heilenden Hände. Egal ob Wellnesstherapie, Lymphdrainage oder Massage: Die Behandlung wirkt, entlastet und fördert Heilungsprozesse nach Sportverletzungen oder Operationen.
Nicht nur ältere Gäste suchen seine Hilfe. „Das Publikum ist sehr gemischt. Auch Junge öffnen sich dem Thema Wellnessurlaub und sind bereit, dafür Geld auszugeben“, weiß Kannamüller. „Die Menschen suchen nach Ruhe und Ausgleich und versuchen aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. Hotels sollten dieses Bedürfnis nicht unterschätzen und sich bei ihren Angeboten darauf einstellen.“ Von Patienten erfährt er viel Wertschätzung. Anders sieht es bei den Krankenkassen aus. Das Potential der Behandlungen wird noch immer unterschätzt. Die Folge: Zu wenige Therapien werden verschrieben. Auch die Zeitfenster, die für jeden Patienten bleiben, sind kurz bemessen. „In einem Kurort wie Bad Füssing ist die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Therapeuten sehr gut“, betont Kannamüller. „Physiotherapien werden in den meisten Hotels standardmäßig angeboten. Aber außerhalb dieser Thermenregion sieht das anders aus.“
Heilung durch Bewegung
Kannamüller ist überzeugt: Aktive therapeutische Angebote helfen am besten weiter. Wassergymnastik kann Beschwerden beispielsweise oft deutlich besser lindern als eine passive Hot-Stone-Massage. Doch der „innere Schweinehund“ lässt sich teils schwer überwinden. „Patienten haben manchmal Mühe, etwas an ihrem Lebensstil zu ändern“, hat Kannamüller den Eindruck. „Die Bereitschaft, sich zu bewegen und den Körper zu kräftigen ist manchmal etwas mangelhaft.“ An anderer Stelle kann er mit gängigen Vorurteilen aufräumen: „Männer legen heute viel Wert auf Körperpflege, verwenden Cremes und Lotionen und nutzen gerne Angebote wie Maniküre oder Pediküre.“ Auch er selbst möchte auf Peelings oder Gesichtscreme nicht mehr verzichten.
Ein Herz, zwei Leidenschaften
Worauf kommt es an in diesem Beruf? „Durchhaltevermögen ist wichtig. Man muss viel lernen. Zudem braucht es manchmal auch eine große Portion Geduld mit Patienten. Trotzdem: Ich mag meinen Beruf sehr und habe großen Spaß an der Arbeit mit Menschen. Ihre Wertschätzung ist Ansporn und Bereicherung.“ Damit sein eigener Bewegungsapparat nicht rostet, trainiert Kannamüller regelmäßig für seine zweite Leidenschaft: den Wrestling-Sport. „Der Vollkontaktsport ist ein super Ausgleich. Ich trainiere seit etwa fünf Jahren zusammen mit 40 anderen in einem Wrestling-Trainingszentrum. Das ist fast wie ein zweiter Vollzeitjob, aber es macht unglaublich viel Spaß.“ Sportinteressierte können ihn live erleben. Unter dem Namen „Luce Corde“ tourt Kannamüller regelmäßig mit einem Wrestling-Team durch Bayern.
