
Tourismus ist Teamarbeit
24. September 2026
Ein guter Drink entsteht nicht durch Auswendiglernen
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Tourismus ist Teamarbeit
24. September 2026
Ein guter Drink entsteht nicht durch Auswendiglernen
24. September 2026Gewohntes infrage stellen
I
sabella Hren, Vorstand der Bayerischen Gastgeber AG und Geschäftsführerin der Bayern Tourist GmbH (BTG), schreibt diesmal über ungewöhnliche Ideen, Zukunftsdenken und warum echte Gastfreundschaft immer alle mitdenkt.

Wann haben Sie sich zuletzt erlaubt, eine wirklich ungewöhnliche Idee zu Ende zu denken? Nicht darüber, ob sie realistisch ist. Sondern einfach nach dem Motto: „Was wäre, wenn …?“ Im Unternehmeralltag bestimmen Erfahrung und Wissen unsere Entscheidungen. Doch Zukunft entsteht nicht aus dem, was wir bereits wissen. Sie beginnt mit Vorstellungskraft. Denn Wissen erklärt die Gegenwart – Fantasie eröffnet Möglichkeiten. Das hat nichts mit naivem Optimismus zu tun. Zukunftsgestaltung beginnt mit Zuversicht und der Bereitschaft, neue Fragen zu stellen: Wie könnte sich die Zukunft von heute unterscheiden? Was wäre anders möglich, wenn wir Gewohntes infrage stellen? Und was passiert, wenn wir auch abwegige Ideen zunächst zulassen, statt sie sofort zu bewerten?
Erst danach kommen Analyse, Planung und Umsetzung. Am Anfang steht der Mut, anders zu denken – und mit einer kleinen Veränderung zu beginnen. Genau dort entstehen neue Perspektiven. Und genau dort beginnt die Zukunft der Gastronomie und Hotellerie. Wer Zukunft neu denken will, sollte sich eine weitere Frage stellen: Für wen gestalten wir unsere Angebote – und welche Gäste denken wir vielleicht noch gar nicht mit? Dabei geht es nicht um eine kleine Nische. Rund zehn Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Behinderung. Fast 19 Millionen sind älter als 65 Jahre – Tendenz steigend. Hinzu kommen etwa sechs Millionen Menschen mit Pflegebedarf, von denen viele gerne häufiger verreisen würden. Gleichzeitig zeigen Studien: 91 Prozent der europäischen Reisenden mit besonderen Anforderungen an Barrierefreiheit haben im vergangenen Jahr eine Reise unternommen.
Diese Gäste bringen nicht nur Nachfrage mit. Sie reisen häufig in Begleitung oder kleinen Gruppen, bevorzugen die Nebensaison und geben durchschnittlich deutlich mehr aus als andere Reisende. Wer ihr Vertrauen gewinnt, gewinnt oft besonders loyale Stammgäste. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist dabei überraschend einfach: verlässliche Informationen. Menschen mit besonderen Anforderungen möchten vor allem wissen, was sie vor Ort tatsächlich erwartet. Nicht perfekte Barrierefreiheit ist häufig ausschlaggebend, sondern Planungssicherheit.
Genau hier kann der erste Schritt beginnen. Nicht mit großen Investitionen, sondern mit einem ehrlichen Blick auf den eigenen Betrieb: Welche Informationen fehlen? Welche Bedürfnisse können wir bereits heute erfüllen? Welche kleinen Veränderungen machen unseren Betrieb für mehr Menschen zugänglich?
Eine wertvolle Orientierung bietet die bundesweit einheitliche Kennzeichnung „Reisen für Alle“. Sie erfasst Barrierefreiheit nach einheitlichen Kriterien und stellt Gästen objektive, verlässliche und leicht verständliche Informationen zur Verfügung. Gleichzeitig werden Betriebe dort sichtbar, wo diese Zielgruppe nach passenden Ange boten sucht. Wer sich mit den Bedürfnissen dieser Gäste auseinandersetzt, verbessert nicht nur seine Kommunikation, sondern erschließt einen wachsenden Markt – und schafft einen Wettbewerbsvorteil, der sich nicht einfach kopieren lässt. Barrierefreiheit ist längst kein Thema für wenige – sie ist ein Qualitätsmerkmal für eine wachsende Generation von Gästen.
Noch eine Zielgruppe sollten wir nicht unterschätzen: die Generation 65+. Sie wächst nicht nur zahlenmäßig, sondern ist auch reisefreudiger als je zuvor. Mit den Jahren verändern sich jedoch oft die Ansprüche – nicht an das Erlebnis, sondern an die Rahmenbedingungen. Eine Stufe mehr, eine schlecht lesbare Speisekarte oder unklare Informationen können plötzlich darüber entscheiden, ob ein Betrieb gebucht wird oder nicht. Verlässliche, objektiv geprüfte Informationen werden damit zum echten Wettbewerbsvorteil. Denn wer weiß, was ihn erwartet, reist entspannter. Und wer sich gut aufgehoben fühlt, kommt gerne wieder. Barrierefreiheit ist deshalb längst kein Thema für wenige – sie ist ein Qualitätsmerkmal für eine wachsende Generation von Gästen.
Zukunft neu denken heißt, mehr Menschen mitzudenken. Denn Inklusion beginnt bei jedem Einzelnen – und Zukunft entsteht durch die Entscheidungen, die wir heute treffen.
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