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31. März 2026"Bayern bleibt das Land der Gastlichkeit"
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eit dem 1. Januar steht Jana Schimke an der Spitze des DEHOGA Bundesverbands. Die frühere Bundestagsabgeordnete bringt politische Erfahrung, ein breites Netzwerk und viel Gestaltungswillen mit. Im Gespräch mit DEHOGA Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert spricht sie über ihre Motivation, die Lehren aus der 7-Prozent-Kampagne und ihre Vision für den Verband.

Jana, was hat Dich zum Gastgewerbe geführt?
Die Nähe zu den Menschen. Ich habe die Verbandslandschaft in Berlin über viele Jahre beobachtet und erlebt, wie der DEHOGA gerade in der Corona-Zeit einen enormen Wandel vollzogen hat. Der Verband ist fachlich stark, seriös aufgetreten und hat es geschafft, die schwierigen Realitäten der Betriebe verständlich nach außen zu vermitteln. Das hat mich beeindruckt – und letztlich auch überzeugt, diese Aufgabe zu übernehmen.
Was macht Dich zur richtigen Besetzung an der Spitze des Verbands?
Ich habe große Freude daran, Probleme zu lösen. Mich reizt es, komplexe Herausforderungen zu entwirren. Dazu kommen politische Erfahrung und Kontakte. Genauso wichtig ist aber Empathie: ein Gespür für Menschen, für unterschiedliche Interessen, für Kompromisse. Einen bundesweiten Ver band zu führen, ist Teamarbeit. In den ersten Wochen habe ich gemerkt, dass mir diese Mischung liegt.
Mit der dauerhaften Einführung der 7 Prozent Mehrwertsteuer wurde ein historischer Erfolg erreicht. Was folgt nun?
Jetzt geht es darum, die Sprache zu erweitern. Wir dürfen nicht nur für uns sprechen, sondern müssen anschlussfähig für die gesamte Wirtschaft sein. In Berlin erleben wir eine schwierige politische Lage. Als Einzelkämpferin kommt man da nicht weit. Deshalb setze ich auf Bündnisse – etwa bei Arbeitszeitflexibilisierung, Bürokratieabbau oder auch steuerlichen Fragen. Gemeinsam sind wir stärker.
Wie wichtig ist dabei der Blick über die eigene Branche hinaus?
Sehr wichtig. Wir müssen immer mitdenken, wie unsere Positionen auf andere wirken. Der Erfolg der 7-Prozent-Kampagne lag auch darin, dass sie gesellschaftlich verstanden wurde. Es geht nicht um reine Lobbyinteressen, sondern um Strukturen, die Vielfalt, regionale Betriebe und lebendige Orte erhalten. Dieses Denken möchte ich weiter stärken.
Wo siehst Du den DEHOGA in fünf bis zehn Jahren?
Ich hoffe, dass es unseren Mitgliedsbetrieben wirtschaftlich wieder besser geht und dass wir mehr Mitglieder gewinnen konnten. Ich hoffe auch, dass Deutschland die aktuellen Krisen hinter sich gelassen hat – denn geopolitische Unsicherheit wirkt sich direkt auf Konsum und Stimmung aus. Für den Verband wünsche ich mir, dass wir als moderner, sympathischer und offener Akteur wahrgenommen werden – weniger Tanker, mehr Beweglichkeit.
Was bedeutet das Gastgewerbe für Dich persönlich?
Es ist ein Teil unseres Lebens. Das merke ich täglich in Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern: Fast jeder verbindet persönliche Geschichten mit Restaurants oder Hotels. Dieses emotionale Band ist unsere große Stärke.
Zum Schluss: Was wünschst Du Dir für die Zukunft des Gastgewerbes?
Ich wünsche mir, dass Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Arbeit wieder mit Freude machen – und diese Freude weitergeben. Wir brauchen Menschen, die Lust haben zu gründen und Verantwortung zu übernehmen. Das Gastgewerbe hat Zukunft, aber nur mit Vorbildern, die zeigen: Es lohnt sich.
Zur Person:
Jana Schimke ist seit dem 1. Januar neue Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbandes. Die Diplom-Politikwissenschaftlerin war von 2008 bis 2013 bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) tätig und saß von 2013 bis 2025 für die CDU im Bundestag. Zuletzt leitete sie den Tourismusausschuss. Schimke ist zudem stellvertretende Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT).
